Eröffnungseröffnung mit einer Einzelausstellung des Künstlers Radu Comsa

Processor

George Bularca Negru

5.09.2025-21.11.2025

Es geht durch Wände.

Durch mich und dich.

 

Processor knüpft an eine Reihe früherer Projekte an, die sich mit dem Fluss von Einfluss und Verlangen beschäftigen, wie sie durch Technologie vermittelt werden. Die Ausstellung zielt darauf ab, Formen zu präsentieren, in denen Virtualität körperlich wird – indem sie Performance als Staffel, Skulptur als Choreografie und Standbilder im Fluss zusammenführt.

Ein Teil der Arbeiten in dieser Ausstellung entstand durch den Druck und die Anstrengung des eigenen Körpers. Andere Werke wiederum entstanden, indem man das Licht hindurchließ. Plotterdrucke auf Polyester filtern das Licht im Raum. In der Arbeit Boustrophedon III sind die Leuchtstreifen an der Decke Teil eines größeren, unsichtbaren Werks. Eine Fotografie wurde auf die Größe der Decke vergrößert, zeigt sich jedoch nur auf den LED-Lampen. So entsteht ein Werk aus farbigem Licht, das ebenso aus Lücken besteht wie aus Materie. Wie die Spitze eines Eisbergs deutet es auf die verborgenen Teile von Systemen hin, die jenseits dessen liegen, was wir sehen können. In diesem „negativen Raum“ bleiben die blanken Drähte, Sicherungen und Kilometer von Kabeln, die vom Kraftwerk in die Stadt führen, unsichtbar – so, wie sie sind.

Eine in situ mit Aluminiumpaste geschaffene Arbeit, GABA, bezieht sich auf den Neurotransmitter, der eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem hat. Obwohl amorph in der Form, wird das Wandgemälde als eine Art Skulptur verstanden, die das Publikum beim Durchschreiten des Galerieraums einbezieht, indem sie das Licht zu ihnen zurückwirft. Dieses Werk wird zur Projektionsfläche für die Performance Magic Words for Landfill, die eine Kaskade von Begriffen verdichtet, die aus Online-Buzzwords, HR-Handbüchern und Unternehmensentschuldigungen gewonnen wurden. Die Performance ist auf Englisch – der Sprache des kulturellen Hegemons – geschrieben und aufgeführt. Sie stellt die Fragen: Wer spricht, wenn ich spreche? Wer spricht, wenn ich die Worte eines anderen benutze? Sie wird während der Laufzeit der Ausstellung mehrfach präsentiert.

An der Wand sind zwei Serien von Arbeiten auf Papier gerahmt. Eine davon ist Ecran (I–IV), eine Sammlung von Tuschezeichnungen, die mit Spuren von Diazepam gefertigt wurden – ein Pinselstrich, nicht mehr. Diese „medikamentierten“ Zeichnungen sind im Format eines Computerbildschirms angelegt. Jede Zeichnung hat ein Gegenstück, bei dem die Farben invertiert sind, wobei unklar bleibt, welches das Original und welches die Umkehrung ist.

Ein ähnliches Spiel von Negativ und Positiv findet sich in Untitled, einer Serie von silbernen Siebdrucken mit Décalcomanien in tertiären Farben. Diese Bilder entstehen durch das Gewicht des Körpers des Künstlers, der die Farbe auf das Papier drückt und so zufällige Muster erzeugt. Durch Beleuchtung und Farbinteraktion wechselt die Silberschicht je nach Betrachterposition von einem Negativ- zu einem Positivbild und hält so das Potenzial für beides in sich.

Processor fragt: Was tritt aus dem Bildschirm heraus, wenn wir in ihn hineingehen?

Es geht durch Wände.

Wir waten hindurch.

Boustrophedon III, 2025 | Plotter print on polyester film. Dimensions variable

GABA, 2025 | Décalcomanie with aluminium paste. Dimensions variable

Ecran I & Ecran II, 2025 | Ink on paper, diazepam. 30x40 cm framed

Untitled, 2025 | Silkscreen with unique décalcomanie. 40 x 60 cm

Untitled, 2025 | Silkscreen with unique décalcomanie. 40 x 60 cm

Magic Words for Landfill, 2025 | Performance, 15min